Der „Skillsoft Workforce Readiness Report: AI Edition“ offenbart eine Diskrepanz von 52 Prozentpunkten zwischen der Einschätzung von Führungskräften und Mitarbeitenden in Deutschland hinsichtlich der KI-Bereitschaft. Die Einführung von KI hat die dafür notwendigen Systeme überholt.

BOSTON – 10. Juni 2026 – Skillsoft, eine führende KI-native Plattform für Skills Management, veröffentlicht die Ergebnisse der globalen Studie „Skillsoft Workforce Readiness Report: AI Edition“. Die Ergebnisse zeigen, dass künstliche Intelligenz zwar mittlerweile an fast jedem Arbeitsplatz Einzug gehalten hat, die meisten Mitarbeitenden jedoch nicht darauf vorbereitet sind, sie effektiv zu nutzen.
Obwohl 86 Prozent der weltweit befragten Beschäftigten KI-Tools bei der Arbeit nutzen (in Deutschland sind es 80 %), fühlen sich nur 24 Prozent ausreichend mit den erforderlichen Fähigkeiten ausgestattet, um KI effektiv einzusetzen und Ergebnisse zu erzielen – hierzulande ist es sogar nur rund ein Fünftel (21 %). Gleichzeitig sind 77 Prozent der Führungskräfte der Meinung, dass ihre Unternehmen die Mitarbeitenden für die erfolgreiche Nutzung gerüstet haben, was in Deutschland 73 Prozent der Führungskräfte so sehen. Das offenbart eine weltweite Diskrepanz von 53 Prozentpunkten (52 Prozentpunkte in Deutschland) zwischen der Einschätzung der Führungskräfte, wie gut ihre Mitarbeitenden auf eine erfolgreiche KI-Nutzung vorbereitet sind und der Realität der Mitarbeitenden, wie gut diese sich vorbereitet fühlen.
Neben dieser unterschiedlichen Wahrnehmung deuten die Daten auf drei strukturelle Defizite hin, die erklären, warum die KI-Bereitschaft der Belegschaft hinterherhinkt: kaum vorhandene Transparenz hinsichtlich der Kompetenzen, Schulungen, die der KI-Einführung erst folgen, anstatt sie vorzubereiten, sowie eine inkonsistente Governance.
- Transparente Kompetenzbewertungen kaum vorhanden: Weltweit geben nur 11 Prozent der Beschäftigten an (in Deutschland 9 %), formelle Kompetenzbewertungen zu erhalten, sodass die meisten Unternehmen kein verlässliches Bild davon haben, wozu ihre Belegschaft tatsächlich fähig ist.
- Schulungen sind nicht auf die Einführung von KI abgestimmt: Nur 16 Prozent der Beschäftigten (13 % in Deutschland) erhalten Schulungen, bevor neue KI-Tools eingeführt werden.
- Governance bleibt die Ausnahme: Weniger als jeder zehnte Mitarbeitende (9 %) gibt an, dass sein Unternehmen über eine umfassende KI-Governance verfügt (in Deutschland sind es 6 %). Gleichzeitig sagen 21 Prozent, dass ihr Unternehmen keinerlei KI-Richtlinien bereitstellt (14 % in Deutschland).
Ohne diese Grundlagen können Führungskräfte Personalentscheidungen nur aufgrund von Annahmen treffen, statt auf Basis von Daten.
„Unternehmen können es sich nicht leisten, KI-Einführung mit KI-Readiness ihrer Belegschaft zu verwechseln“, sagt Ciara Harrington, Chief People Officer bei Skillsoft. „Wenn Führungskräfte und Mitarbeitende grundlegend verschiedene Ansichten über Bereitschaft haben, werden Ergebnisse im besten Fall inkonsistent und im schlimmsten Fall unzuverlässig. Um diese Lücke zu schließen, müssen Kompetenzen zunächst in der Unternehmensstrategie verankert und Systeme aufgebaut werden, die die vorhandenen Skills mit der sich verändernden Nachfrage in Einklang bringen. Zwar haben die meisten Unternehmen Prozesse für die Personalsuche, die Einarbeitung neuer Mitarbeitender und das Performance-Management, unsere Studie zeigt jedoch, dass viele nach wie vor Schwierigkeiten haben, die vorhandenen Kompetenzen zu ermitteln, die benötigten Kompetenzen aufzubauen und sie dort einzusetzen, wo der Bedarf am größten ist.“
Weitere zentrale Studienergebnisse
Fehlende Transparenz führt zu Unsicherheiten bezüglich der KI-Readiness der Mitarbeitenden
Ohne einen klaren Überblick darüber, welche Kompetenzen in der Belegschaft vorhanden sind und wo Lücken bestehen, können Unternehmen ihre Weiterbildung nicht an den Geschäftszielen ausrichten oder Skills und Performance miteinander verbinden.
- Nur 11 Prozent der Beschäftigten weltweit (9 % in Deutschland) geben an, formelle Kompetenzbewertungen oder Benchmarks zu nutzen.
- 69 Prozent der Beschäftigten weltweit (74 % in Deutschland) sind nicht ganz sicher oder wissen nicht, welche Kompetenzen wichtig sind. Unter den Führungskräften geben hingegen 43 Prozent (36 % in Deutschland) an, dass ihnen „sehr klar“ ist, auf welche Fähigkeiten es ankommt.
- Nur 28 Prozent der Beschäftigten stimmen voll und ganz zu, dass ihre Stellenbeschreibung ihre tägliche Arbeit exakt widerspiegelt. In Deutschland sind es mit 20 Prozent noch weniger.
KI wird schneller eingeführt als Mitarbeitende geschult – zulasten von Vertrauen und Performance
Lernangebote in Unternehmen sind zwar vorhanden, aber nicht an das Tempo der KI-Einführung angepasst, was das Vertrauen und die Performance der Belegschaft beeinträchtigt. Das größte Hindernis sind nicht veraltete Inhalte, sondern fehlende Zeit und Priorisierung.
- Nur 16 Prozent der Mitarbeitenden (13 % in Deutschland) erhalten Schulungen, bevor KI-Tools eingeführt werden. Unter den global befragten Führungskräften sind es 23 Prozent. Führungskräfte in Deutschland erhalten im internationalen Vergleich deutlich seltener eine Einführung in neue Tools, hierzulande sind es nur 14 Prozent.
- 59 Prozent der Mitarbeitenden nennen Zeitmangel als größtes Hindernis für den Aufbau neuer Fähigkeiten. In Deutschland trifft dies auf 62 Prozent der Belegschaft zu.
- 20 Prozent der Mitarbeitenden (19 % in Deutschland) stehen KI-Tools skeptisch gegenüber oder vertrauen ihnen nicht.
- Weltweit geben 31 Prozent der Beschäftigten an, dass die KI-Vorgaben je nach Team oder Führungskraft variieren und keinen unternehmensweiten Standard darstellen. In Deutschland sind es 38 Prozent.
KI verändert die Erwartungen an klassische Einstiegspositionen
Die Befragten geben an, dass KI die Tätigkeiten auf dem Einstiegslevel spürbar verändert: Sie lässt die Anforderungen steigen und schafft gleichzeitig Freiräume für anspruchsvollere Aufgaben.
- 29 Prozent der Beschäftigten weltweit (21 % in Deutschland) gehen davon aus, dass KI zu einem Rückgang klassischer Einstiegspositionen führen wird.
- 36 Prozent der Mitarbeitenden und Führungskräfte weltweit (in Deutschland 35 %) gehen davon aus, dass sich der Fokus künftig auf Problemlösung und Zusammenarbeit verlagert. Ein ähnlich großer Anteil (34 %) rechnet zudem mit schnelleren Aufstiegschancen (in Deutschland 36 %).
- Weltweit geben 45 Prozent der Beschäftigten und 46 Prozent der Führungskräfte an, dass Weiterbildungen vor allem dazu dienen, mehr Sicherheit in der aktuellen Position zu gewinnen – ein klares Signal, dass die Belegschaft versucht, mit dem Tempo der KI Schritt zu halten. Von den deutschen Befragten sagen dies 39 Prozent der Beschäftigten und 38 Prozent der Führungskräfte.
Da KI die Transformation der Arbeitswelt unaufhaltsam vorantreibt, wird klar: Die fehlende KI-Bereitschaft ist weniger eine technologische Herausforderung als vielmehr ein strategisches Problem der Talententwicklung. Wenn Unternehmen keinen transparenten Überblick über vorhandene Skills haben, das Lernen nicht an ihren Geschäftsprioritäten ausrichten oder ohne klare Governance agieren, laufen sie Gefahr, dass die KI-Einführung ihre Mitarbeitenden überholt. Die Lösung liegt in einer Skills Supply Chain: einem integrierten System, mit dem sich Kompetenzen bedarfsgerecht identifizieren, entwickeln und gezielt einsetzen lassen.
„Langfristig wettbewerbsfähig bleiben nicht zwingend die Unternehmen, die KI als Erste eingeführt haben. Vielmehr sind es die Unternehmen, die ihre Arbeitsweise transformieren und Systeme aufbauen, um kontinuierlich genau die Kompetenzen zu fördern, die es braucht, um KI effektiv für die eigenen Geschäftsziele zu nutzen“, sagt Harrington. „Herkömmliche Systeme helfen Unternehmen dabei, Mitarbeiterdaten und Personalprozesse zu verwalten. Oft fehlt jedoch ein ganzheitlicher Überblick über die Kompetenzen der Belegschaft: Welche Fähigkeiten sind vorhanden, welche werden benötigt, wie schnell können diese Lücken geschlossen werden und welche Auswirkungen haben sie auf das Unternehmen? Ohne diese Transparenz treffen Führungskräfte Personalentscheidungen eher auf der Grundlage von Annahmen als von Fakten. Das erfordert ein Umdenken: weg von einmaligen Schulungen hin zu kontinuierlichem Lernen und weg von Ad-hoc-Richtlinien hin zu einem unternehmensweiten Standard.“
Den vollständigen „Skillsoft Workforce Readiness Report“ können Sie hier herunterladen.
Methodik
Die Umfrage für den „Skillsoft Workforce Readiness Report“ wurde im März und April 2026 von dem unabhängigen Marktforschungsunternehmen Pollfish durchgeführt. Befragt wurden 2 000 Mitarbeitende, Manager:innen und Führungskräfte aus verschiedenen Branchen in Nordamerika, Großbritannien und Deutschland, die in Vollzeit arbeiten. Im Fokus der Untersuchung standen KI-Nutzung, Kompetenzbereitschaft, Weiterbildungsmaßnahmen sowie Governance-Strukturen der jeweiligen Unternehmen. Über Skillsoft Skillsoft (NYSE: SKIL) ist ein weltweit führender Anbieter für Skills Management im Zeitalter der Zusammenarbeit von Mensch und KI. Die KI-native Plattform bietet einen umfassenden Überblick über die Fähigkeiten der Mitarbeitenden, schließt kritische Kompetenzlücken und macht den Einfluss von Skills auf die Geschäftsergebnisse messbar. Mit Skillsoft können Unternehmen die KI-Bereitschaft von Teams fördern, die Kosten und den Zeitaufwand von Personalentwicklung senken und Risiken bei der Umsetzung in einer sich ständig verändernden Arbeitswelt verringern. Weltweit vertrauen Tausende von Unternehmen auf Skillsoft, um die Kompetenzen ihrer Mitarbeitenden zu stärken. Weitere Informationen unter skillsoft.com
Pressekontakt
Adel & Link Public Relations
skillsoft@adellink.de

